Begeisterung beim alljährlichen Rollstuhlbasketball-Training an der Waldschule

 

Mit großem Beifall und Jubel wird Sebastian Arnold von den Kindern der Klasse 4b in der Turnhalle der Waldschule empfangen. Alle Schüler kennen den Spieler der Mainhatten Skywheelers, der mit seinem Auto samt Anhänger jedes Jahr im Herbst auf dem Schulhof parkt, und sie freuen sich auf ihn. Seit 4 Jahren schon kommt er mit 10 Rollstühlen im Gepäck, um mit allen dritten und vierten Klassen Rollstuhlbasketball zu spielen.

Das Projekt „Rollstuhlbasketball – Inklusion an hessischen Schulen" wird von der Unfallkasse Hessen unterstützt und finanziert. An der Waldschule hat das Projekt so große Begeisterung gefunden, dass Schulsportleiterin Nicola Doschek es inzwischen im Jahresablauf des Sportunterrichtes fest verankert hat. Somit können sich die Waldschüler jedes Jahr aufs Neue auf Sebastian freuen.

Während die vierten Klassen schon sehr genau wissen, was sie erwartet, sind die dritten Klassen noch voller Spannung, denn sie dürfen nun endlich auch zum ersten Mal mit ihm auf Korbjagd gehen. Jede Klasse hat eine Doppelstunde zur Verfügung, sich mit der Sportart vertraut zu machen. Zunächst werden die Unterschiede zwischen Alltags-Rollstuhl und Basketball-Rollstuhl im Gespräch genau unter die Lupe genommen. Von schrägen Rädern, Speichenschutz bis zu einem zusätzlichen Rad gibt es Vieles zu entdecken. Anschließend können die Kinder unter Anleitung die Grundtechniken im Rollstuhlstuhlfahren üben – anfahren, bremsen, drehen und vor allem auch rückwärtsfahren. Der Umgang mit dem Ball stellt dann so manchen Schüler vor eine große Herausforderung. Dribbeln im Rollstuhl ist viel schwieriger als gedacht. Und was, wenn der Ball auf dem Boden liegt und man ihn sich schnappen möchte? Selbstverständlich gibt es auch hier eine „einfache" Technik, die Sebastian den Kindern zeigt. Der Korbwurf stellt sich jedoch als schwierigste Übung heraus. Die Höhe der Körbe scheint im Werfen aus dem Sitzen heraus fast unüberwindbar zu sein.

Nach all den Übungen dürfen die Kinder im Spiel gegeneinander ihre erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hier ist jeder mit Ehrgeiz dabei und versucht sein Team zum Sieg zu bringen.

Zum Ende der Stunde stellt sich Sebastian, der selbst seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt, den Fragen der Kinder. Völlig unbefangen und neugierig werden Fragen zu seinem Alltag im Rollstuhl gestellt. Die Kinder sind sehr interessiert daran, wie er Auto fährt, duscht oder Treppen überwindet. „Kinder sind offen und fragen ohne Hemmungen, was sie wissen möchten. Es ist immer wieder toll, dass Sebastian Arnold ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Für uns als inklusive Schule ein wichtiger Beitrag, um Berührungsängste abzubauen ", stellt Nicola Doschek fest.